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Saargold MagazinBelgische Schäferhunde, Hundesport und Hundeleben im Südwesten

Rasse und Herkunft

Der Laekenois: rau im Haar, selten im Land

Die vierte Varietät begegnet den meisten nie. Ihr rauhaariges, ungekämmt wirkendes Haarkleid ist Standard und kein Zufall, und ihre Seltenheit hat Gründe, die im Zuchtbuch stehen.

Belgischer Schäferhund Laekenois, mit aufrechten dreieckigen Ohren und schlankem, quadratischem Körperbau, rauhaarig, falbfarben, mit struppigem Bart, steht auf einem gepflasterten Hof vor einer alten Backsteinmauer

Der Laekenois ist die rauhaarige der vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes. Sein Haarkleid wirkt trocken, ungeordnet und im Gesicht struppig, und genau so beschreibt es der Rassestandard: das ist kein vernachlässigtes Fell, sondern das Merkmal, das die Varietät ausmacht. Die meisten Menschen begegnen ihm nie, und wer ihn sieht, hält ihn für einen rauhaarigen Mischling. Beides hat denselben Grund: eine sehr kleine Zuchtbasis.

Woher kommt der Name?

Aus einem belgischen Ortsnamen. Alle vier Varietäten tragen den Namen des Ortes, an dem ihr Schlag früh gezüchtet und beschrieben wurde, und für die rauhaarige ist das Laken, auf Französisch Laeken. Die Namen sind damit geografische Herkunftsbezeichnungen und keine Beschreibung von Eigenschaften, was regelmäßig missverstanden wird. Wer die vier Ortsnamen einmal zugeordnet hat, liest Kataloge und Papiere deutlich schneller.

Was heißt Rauhaar im Standard?

Ein hartes, trockenes Haar, das nicht glatt anliegt und dem Hund im Gesicht Bart und Brauen gibt. Es ist das dritte Haarkleid der Rasse neben dem langen und dem kurzen, und in der Farbe bleibt der Laekenois im falbfarbenen Rahmen. Der entscheidende Punkt für die Beurteilung ist die Struktur, nicht die Länge: ein weiches, wolliges oder glatt gebürstetes Haar entspricht nicht dem, was der Standard beschreibt. Wo die Grenze zwischen erlaubtem Merkmal und Abweichung liegt, zeigt die Bildstrecke Farben und Haarkleid.

Die Herkunft in einer Zeile

Ursprungsland der Rasse ist Belgien. Das dort für die FCI zuständige Zuchtbuch ist das Livre des Origines Saint-Hubert, geführt von der Société Royale Saint-Hubert, die 1882 gegründet wurde. Eintragungen dieses Buchs werden von den übrigen FCI-Zuchtbüchern anerkannt, weshalb Ahnenreihen einer seltenen Varietät regelmäßig über Belgien laufen.

Quellen: Rassestandard Nummer 15 der FCI, Société Royale Saint-Hubert. Stand: 02.09.2026.

Warum ist der Laekenois so selten?

Weil die Zuchtbasis klein ist und klein bleibt, solange wenige Hunde in die Zucht gehen. Das ist ein sich selbst verstärkender Kreis: wenige eingetragene Hunde bedeuten wenige Verpaarungen, wenige Verpaarungen bedeuten wenige Welpen, und wenige Welpen bedeuten wieder wenige Zuchttiere in der nächsten Generation. Dazu kommt, dass die Varietät im öffentlichen Bild der Rasse kaum vorkommt und deshalb selten gesucht wird. Eine Zahl nennen wir hier nicht: die Eintragungszahlen je Varietät und Jahr sind uns nicht aus einer frei zugänglichen Quelle bekannt, und ein geschätzter Prozentsatz wäre eine erfundene Genauigkeit.

Gibt es ihn in Deutschland überhaupt?

Ja, aber in einer Größenordnung, in der eine Begegnung Zufall bleibt. Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens laufen Ahnenreihen häufiger über das Ursprungsland als bei den verbreiteten Varietäten, weil dort mehr Tiere zur Verfügung stehen; wie man das an den Nummern eines Papiers erkennt, steht in die Ahnentafel lesen. Zweitens gilt für die Zucht derselbe Verbandsrahmen wie für die übrigen Varietäten: dieselbe Zuchtordnung, dieselben Voraussetzungen, dasselbe Zuchtbuch. Das Verfahren beschreibt Zuchtzulassung und Körung.

Was Seltenheit nicht bedeutet

  • Nicht wertvoller. Eine kleine Population ist eine züchterische Aufgabe, kein Qualitätsmerkmal und kein Preisargument.
  • Nicht gesünder. Aus wenigen Tieren zu züchten erleichtert nichts; es macht die Auswahl enger und die Planung schwieriger.
  • Nicht andersartig im Wesen. Der Standard beschreibt die Wesensanlage für alle vier Varietäten gemeinsam und nicht je Varietät.
  • Nicht schwerer zu halten. Was ein Belgier braucht, braucht er unabhängig von der Haarart.

Ist er anders im Wesen?

Der Rassestandard gibt dafür nichts her, denn er beschreibt Körperbau und Wesensanlage gemeinsam für die Rasse und trennt die vier ausschließlich nach Haarkleid und Farbe. Was innerhalb einer sehr kleinen Population entsteht, hängt an wenigen Linien und damit stärker an einzelnen Zuchtentscheidungen als bei einer großen Population, aber das ist eine Aussage über Statistik und nicht über einen Charakter. Wer einen Laekenois kennenlernt, lernt zuerst einen einzelnen Hund kennen; alles andere wäre eine Verallgemeinerung über eine Handvoll Tiere.

Wie wird das Rauhaar gepflegt?

Zurückhaltend, und mit dem Ziel, die Struktur zu erhalten statt sie zu glätten. Das ist der Kern und zugleich das Missverständnis: wer ein rauhaariges Fell in Form schneidet, damit es ordentlich aussieht, beschädigt genau das Merkmal, das die Varietät definiert. Wie weit dabei ausgekämmt, ausgezupft oder gar nicht eingegriffen wird, wird in verschiedenen Schulen unterschiedlich gehandhabt, und wir geben dazu keine Anleitung: das gehört zwischen die Person, die den Hund hält, und jemanden, der die Haarart im konkreten Fall in der Hand hat. Was in jedem Fall Aufmerksamkeit braucht, sind Bart und Behang, weil dort Nässe und Futterreste hängen bleiben.

Worauf achtet man bei der Beurteilung?

Auf die Reihenfolge der Merkmale. Zuerst die Haarlänge, dann die Struktur, dann erst die Farbe: mit dieser Reihenfolge lässt sich ein rauhaariger Belgier von einem langhaarigen unterscheiden, dessen Fell schlicht ungepflegt ist. Auf einer Ausstellung landet eine Abweichung von der beschriebenen Haarstruktur als Vermerk auf der Bewertungskarte, wo sie in derselben Kurzschrift steht wie alles andere; aufgelöst wird sie im Verzeichnis Kürzel und Ergebnisse. Wo der Laekenois im Gesamtbild der Rasse steht, ordnet der Vergleich die vier Varietäten.