Rasse und Herkunft
Farben, Maske und Haarkleid: eine Bildstrecke
Farbe ist bei dieser Rasse kein Geschmack, sondern ein Merkmal der Varietät. Diese Bildstrecke zeigt, was Fauve, Kohleanflug, Maske und Rauhaar meinen und wo der Standard eine Grenze zieht.
Farbe ist beim Belgischen Schäferhund kein Geschmack, sondern ein Merkmal. Zusammen mit dem Haarkleid ist sie das Einzige, was die vier Varietäten im Rassestandard voneinander trennt; alles Übrige beschreibt der Standard gemeinsam. Wer also Farben sortiert, sortiert Varietäten. Diese Seite erklärt, was falbfarben, Kohlfarbigkeit, Maske und Rauhaar bezeichnen, und woran sich diese Merkmale in der Anschauung festmachen lassen.
Zu den Bildern auf diesen Seiten
- Sie stammen aus eigener Produktion. Die Aufnahmen dieses Magazins entstehen in unserer Bildproduktion. Sie zeigen einen Typ, eine Szene, ein Objekt.
- Sie dokumentieren keinen bestimmten Hund. Kein Bild hier ist die Aufnahme eines existierenden, identifizierbaren Tieres, und keine Bildunterschrift nennt einen Namen.
- Sie sind kein Beweis. Ein Bild kann eine Farbe veranschaulichen. Ob ein einzelner Hund dem Standard entspricht, entscheidet ein Richter am Hund und nicht ein Foto.
Welche Farben hat der Belgische Schäferhund?
Zwei Farbbilder decken die vier Varietäten ab. Das eine ist ein durchgehendes Schwarz, das andere ein falbfarbenes Grundhaar mit dunkler Überhauchung und einer dunklen Gesichtsmaske. Das erste gehört zum Groenendael, das zweite zu Tervueren und Malinois, während der Laekenois im falbfarbenen Rahmen bleibt und sich über die Haarstruktur unterscheidet. Daraus folgt die Merkregel, die auf jeder Wiese funktioniert: erst die Haarlänge, dann die Struktur, dann die Farbe.
| Varietät | Haarkleid | Farbbild | Was im Bild zuerst auffällt |
|---|---|---|---|
| Groenendael | lang, glatt anliegend | durchgehend schwarz | eine geschlossene Silhouette, in der Konturen verschwinden |
| Tervueren | lang, glatt anliegend | falbfarben mit dunkler Überhauchung und Maske | der Wechsel von hell und dunkel im selben Fell |
| Malinois | kurz, dicht | falbfarben mit dunkler Überhauchung und Maske | dieselbe Farbe, aber ohne Haar, das die Muskulatur verdeckt |
| Laekenois | rau, trocken, ungeordnet, mit Bart | falbfarben | die Struktur, nicht die Farbe |
Was ist Kohlfarbigkeit?
Die dunkle Überhauchung eines falbfarbenen Fells. Sie entsteht dadurch, dass die einzelnen Haare an der Spitze dunkel sind, während der untere Teil hell bleibt. Der Effekt ist deshalb beweglich: wenn sich das Haar legt, wirkt der Hund dunkler, wenn es sich aufstellt oder im Wind steht, tritt der helle Grund hervor. Genau darum lässt sich diese Eigenschaft schlecht in Worten und gut in Bildern zeigen, und genau darum wirkt derselbe Hund auf zwei Aufnahmen unterschiedlich gefärbt.
Was ist eine schwarze Maske?
Ein zusammenhängendes dunkles Feld im Gesicht, das der Standard beschreibt und das damit ein Merkmal ist und keine Zufallszeichnung. Bei den falbfarbenen Varietäten hebt sie sich vom Kopf ab und ist eines der zuverlässigsten Erkennungszeichen aus mittlerer Entfernung. Bei einem durchgehend schwarzen Hund lässt sich daran nichts ablesen, weil kein Kontrast entsteht: bei ihm ist die Maske vorhanden und unsichtbar zugleich. Wer diesen Unterschied kennt, hört auf, in der Dämmerung Groenendael und Tervueren zu verwechseln.
Warum ist der Groenendael ganz schwarz?
Weil das die Farbe ist, über die er als Varietät definiert wird. Die Aussage ist zirkulär und deshalb genau richtig: ein langhaariger Belgier mit falbfarbenem Fell ist ein Tervueren, ein langhaariger Belgier in Schwarz ist ein Groenendael. Die Farbe ist hier also nicht eine Eigenschaft, die ein Hund zusätzlich hat, sondern das Kriterium der Einordnung. Was daraus für die Zuordnung von Nachzucht folgt, entscheidet nicht der Standard, sondern die Zuchtordnung des zuständigen Vereins; das Verfahren dahinter beschreibt Zuchtzulassung und Körung.
Ändert sich die Farbe im Lauf des Lebens?
Ja, und das führt regelmäßig zu Verwirrung. Junge Hunde sind meist heller, die Überhauchung baut sich über Monate auf, und im Alter kommt graues Haar hinzu, das mit dem Farbbild des Standards nichts zu tun hat. Auch die Jahreszeit spielt mit: ein Fell nach dem Wechsel wirkt anders als eines kurz davor. Wer ein Foto eines jungen Hundes mit der Beschreibung eines erwachsenen vergleicht, vergleicht deshalb zwei verschiedene Zustände.
Was ist ein Farbfehler?
Eine Abweichung von dem Farbrahmen, den der Standard für die jeweilige Varietät beschreibt. Wie eine solche Abweichung im Ring behandelt wird, hängt von ihrer Art und ihrem Ausmaß ab: sie kann sich in der Formwertnote niederschlagen, sie kann als Bemerkung auf der Bewertungskarte stehen, und schwerwiegende Abweichungen führen nach dem Standard zum Ausschluss. Welche Merkmale in der gültigen Fassung des Standards ausdrücklich zu den ausschließenden Fehlern zählen, geben wir hier nicht wieder: wir haben die Liste an diesem Stand nicht Punkt für Punkt geprüft, und eine unvollständige Aufzählung wäre in diesem Zusammenhang schlechter als keine. Was auf einer Bewertungskarte überhaupt vermerkt werden kann, steht im Verzeichnis Kürzel und Ergebnisse.
Wie unterscheidet man die Varietäten auf einem Foto?
Mit derselben Reihenfolge wie am lebenden Hund, nur mit mehr Fehlerquellen. Licht verändert das Farbbild stärker als jede andere Bedingung, Gegenlicht macht aus einem falbfarbenen Hund eine schwarze Silhouette, und eine Nahaufnahme des Kopfes verrät die Haarstruktur, die eine Ganzkörperaufnahme verschluckt. Wer sicher gehen will, sucht drei Dinge im Bild: die Länge des Haars am Hals, die Struktur des Haars im Gesicht und den Kontrast zwischen Maske und Kopf. Das ausführliche Nebeneinander steht im Vergleich die vier Varietäten, das lange Haar im Porträt Der Tervueren und die rauhaarige Ausnahme in Der Laekenois.