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Gesundheit und Ernährung

Augenuntersuchung beim Zuchthund: Ablauf und Grenzen

Eine Augenuntersuchung beim Zuchthund ist eine tierärztliche Untersuchung, die in der Regel von einem auf Ophthalmologie spezialisierten Tierarzt durchgeführt wird und bei der die Augen in mehreren Schritten beurteilt werden.

Nahaufnahme eines geöffneten Auges eines Belgischen Schäferhundes bei Tageslicht, der Tierarzt hält eine Spaltlampe davor, weiches Seitenlicht, scharfer Fokus auf Pupille und Lidrand.

Eine Augenuntersuchung beim Zuchthund ist eine tierärztliche Untersuchung, die in der Regel von einem auf Ophthalmologie spezialisierten Tierarzt durchgeführt wird und bei der die Augen in mehreren Schritten beurteilt werden. Der Befund wird schriftlich festgehalten und kann in ein zentrales Register eingetragen werden. Ein solcher Befund ist eine Momentaufnahme: Er beschreibt den Zustand am Untersuchungstag und ist keine Garantie dafür, dass ein Hund zeitlebens frei von erblichen Augenerkrankungen bleibt.

Wie läuft eine Augenuntersuchung beim Hund ab?

Der Ablauf folgt in den meisten Ländern einem ähnlichen Muster. Zunächst wird die Vorgeschichte des Hundes erfragt, dazu gehören frühere Befunde, das Alter und die Abstammung. Danach folgt eine Allgemeinuntersuchung des Auges von außen: Lider, Bindehaut, Hornhaut, vordere Augenkammer und Pupillenreaktion werden beurteilt. Für die Netzhaut ist eine Erweiterung der Pupille nötig, damit der Augenhintergrund vollständig einsehbar ist. Diese Dilatation geschieht mit Augentropfen und braucht einige Minuten, bis sie wirkt.

Ein zentraler Bestandteil ist die Gonioskopie, mit der der Kammerwinkel beurteilt wird, also der Bereich, über den das Kammerwasser abfließt. Auffälligkeiten dort gelten als Risikofaktor für einen Grünen Star. Je nach Fragestellung kommen weitere Verfahren hinzu, etwa eine Untersuchung mit der Spaltlampe oder eine Messung des Augeninnendrucks. Am Ende steht ein schriftlicher Befund, in dem die einzelnen Strukturen und mögliche Auffälligkeiten aufgeführt sind.

Wer sich genauer mit dem Verfahren und den dazugehörigen Formularen befasst, findet in englischsprachigen Leitfäden eine detaillierte Augenuntersuchung beim Zuchthund, die den Ablauf von der Vorbereitung bis zum Eintrag in ein Register beschreibt. In den Vereinigten Staaten ist das Formular der Orthopedic Foundation for Animals (OFA) verbreitet, das frühere Register des Canine Eye Registration Foundation (CERF) wurde in die OFA überführt. Für Züchter in Europa sind daneben die Schemata der europäischen Dachverbände von Bedeutung, deren Ergebnisse untereinander nicht ohne Weiteres vergleichbar sind.

Was bedeuten Kürzel wie PRA, Katarakt oder CEA in einem Befund?

Befunde arbeiten mit Abkürzungen, die für Außenstehende schwer zu lesen sind. Die wichtigsten lassen sich in wenigen Sätzen erklären.

PRA steht für progressive Retinaatrophie, eine fortschreitende Degeneration der Netzhaut. Sie verläuft zunächst unbemerkt und führt später zum Verlust des Sehvermögens. Der Erbgang ist je nach Form unterschiedlich, bei einigen Rassen ist er autosomal rezessiv, bei anderen dominant oder geschlechtsgebunden. Weil die Erkrankung erst spät sichtbar wird, ist das Alter bei der Untersuchung entscheidend.

Katarakt bezeichnet eine Trübung der Linse. Nicht jede Trübung ist erblich, und nicht jede erbliche Form führt im gleichen Tempo zur Erblindung. In Befunden wird deshalb zwischen verschiedenen Typen und Ausprägungen unterschieden. Davon zu trennen ist die Sclerosus nuclei, eine altersbedingte Verdichtung des Linsenkerns, die als normale Erscheinung gilt und nicht mit einer Katarakt gleichzusetzen ist.

CEA steht für Collie Eye Anomaly, eine angeborene Fehlbildung des Augenhintergrunds, die vor allem bei Collies und verwandten Rassen vorkommt. Sie kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, von kaum sichtbaren Veränderungen bis zu schweren Formen mit Netzhautablösung. Ein Gentest kann das Risiko anzeigen, ersetzt aber nicht die augenärztliche Untersuchung.

Weitere Kürzel betreffen Fehlstellungen der Lider wie Entropion und Ectropion sowie die bereits erwähnte Gonioskopie. Manche Register führen zusätzlich eine Einstufung als Breeder Option, die Züchtern bei bestimmten Befundkonstellationen eine kontrollierte Verpaarung ermöglicht. Diese Einstufung ist keine Freigabe, sondern eine dokumentierte Abwägung.

Welche Rolle spielen Register und Wiederholungsuntersuchungen für die Zucht?

Ein Register sammelt Befunde über viele Hunde und macht sie für Züchter und Käufer abrufbar. Es erlaubt, die Augengesundheit über mehrere Generationen zu verfolgen, statt nur den Einzelhund zu betrachten. Für die Zucht ist das wichtig, weil sich das Risiko für erbliche Augenerkrankungen erst aus der Kombination von Vorfahren, Geschwistern und Nachkommen abschätzen lässt.

Wiederholungsuntersuchungen gehören zum Standard, weil viele Erkrankungen erst mit dem Alter auftreten. Ein Hund, der mit zwei Jahren unauffällig ist, kann mit fünf Jahren auffällig werden. Viele Zuchtverbände verlangen deshalb einen jährlichen oder in festen Abständen wiederholten Befund, bevor ein Hund zur Zucht zugelassen wird. Für Deckrüden gelten häufig strengere Anforderungen als für Hündinnen, weil ein Rüde in kurzer Zeit viele Nachkommen zeugen kann.

Die Register unterscheiden sich in ihren Formalien. Ein verlorenes Zertifikat lässt sich in der Regel ersetzen, dafür sind Unterlagen und eine Gebühr nötig. Die Codes und Schweregrade sind zwischen den Registern nicht immer deckungsgleich, und eine Übertragung von einem System in ein anderes ist nicht automatisch möglich. Wer mit ausländischen Deckpartnern arbeitet, sollte die jeweiligen Anforderungen vorher klären.

Wo liegen die Grenzen einer augenärztlichen Bescheinigung?

Eine Bescheinigung belegt, dass ein Tierarzt die Augen an einem bestimmten Tag untersucht und den Befund schriftlich festgehalten hat. Sie belegt nicht, dass der Hund frei von allen erblichen Augenerkrankungen ist. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens ist die Untersuchung eine Momentaufnahme. Erkrankungen, die sich erst später entwickeln, können zu diesem Zeitpunkt nicht sichtbar sein. Zweitens hängt die Aussagekraft von der Erfahrung des Untersuchers und von der Qualität der Untersuchung ab, etwa davon, ob die Pupille ausreichend weit war. Drittens sagt ein unauffälliger Befund nichts über die Erbanlagen aus, die ein Hund weitergibt. Ein Hund kann Träger sein, ohne selbst zu erkranken.

Deshalb wird die Augenuntersuchung in der Zuchtplanung mit anderen Informationen kombiniert: mit Gentests, mit den Befunden der Vorfahren und mit der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen in der Rasse. Kein einzelnes Dokument ersetzt diese Gesamtschau. Für Käufer eines Welpen ist der Befund der Elterntiere ein Baustein, kein Beweis. Sinnvoll ist es, nach dem Datum der letzten Untersuchung zu fragen und danach, ob der Befund in einem anerkannten Register eingetragen ist.

Fazit

Die Augenuntersuchung beim Zuchthund ist ein standardisiertes Verfahren mit klaren Schritten, dessen Ergebnisse in Registern gesammelt werden. Die Kürzel im Befund stehen für unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichem Erbgang und unterschiedlichem Verlauf. Register und Wiederholungsuntersuchungen machen Entwicklungen über Generationen sichtbar. Eine Bescheinigung bleibt dennoch eine Momentaufnahme und entbindet Züchter nicht davon, die Zuchtentscheidung aus mehreren Quellen abzuleiten.